Unfallflucht

Rechtsanwälte Karl & Partner in Bamberg – Ihre Anwälte bei Unfallflucht, Fahrerflucht bzw. unerlaubten Entfernen vom Unfallort

Bamberg Die Begriffe Unfallflucht bzw. Fahrerflucht werden im alltägliche Sprachgebrauch Synonym benutzt und sie meinen den Straftatbestand des unerlaubten Entfernens vom Unfallort, der in § 142 StGB (Strafgesetzbuch) geregelt ist. Die Unfallflucht kommt in der Praxis häufig vor, jedoch werden die Täter nur selten ermittelt. Fast täglich wird in lokalen Medien nach Personen gefahndet, die sich nach einem Unfall um den Schaden nicht gekümmert haben und oft kann man Anzeigen lesen, die etwa folgenden Inhalt haben:

„Spiegel beschädigt

Bamberg Ein bislang unbekannter Täter fuhr im Laufe des Donnerstags mit seinem Pkw gegen den Außenspiegel eines am Mittleren Kaulberg geparkten silbernen Mercedes Benz und beschädigte dadurch Gehäuse und Spiegelglas des Pkws. Es entstand hierbei ein Gesamtschaden von ca. 200 Euro. Der Täter entfernte sich vom Unfallort, ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern.“

Die Unfallflucht führt zu weitreichenden Konsequenzen, die viele Täter unterschätzen

Wer sich nach einem Unfall „aus dem Staub“ macht und trotzdem erwischt wird, muss mit drastischen Strafen rechnen. „Die Unfallflucht wird oft als Bagatelldelikt angesehen. Tatsächlich können die Folgen der Tat für den Täter oft weitreichend sein und nach meiner Erfahrung unterschätzen viele die Konsequenzen der Fahrerflucht“, erklärt Rechtsanwalt Leonard Karl, der regelmäßig Mandanten wegen dem Vorwurf der Unfallflucht im Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft und vor Gericht verteidigt. „Neben einer Geldstrafe oder – in krassen Fällen – einer Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren drohen im Strafverfahren vielfach die Entziehung der Fahrerlaubnis (69 StGB) und eine Sperre für die Neuerteilung der Fahrerlaubnis (§ 69a StGB) bzw. ein Fahrverbot (§ 44 StGB). Hinzu kommt in der Regel auch Ärger mit der eigenen Haftpflichtversicherung und ggf. der Vollkaskoversicherung.“

Wegen dieser weitreichenden Folgen der Unfallflucht sollte man sich im Strafverfahren möglichst frühzeitig, d.h. ab dem Ermittlungsverfahren, durch einen Rechtsanwalt beraten und verteidigen lassen. Gerade beim Vorwurf der Unfallflucht kann es für einen positiven Ausgang eines Verfahrens von besonderer Bedeutung sein, sich als Betroffener bereits vor der ersten Einlassung zur Sache mit einem Rechtsanwalt mit Kenntnissen im Verkehrsstrafrecht und im Strafprozessrecht zu besprechen.

Wann ist das unerlaubte Entfernen vom Unfallort strafbar?

Die Unfallflucht ist in § 142 StGB geregelt und sie wird dort als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort bezeichnet. Nach dieser Vorschrift wird bestraft, wer sich nach einem Verkehrsunfall vom Unfallort entfernt,

  • ohne den anderen Unfallbeteiligten Feststellungen zur eigenen Person, zum Fahrzeug sowie zu Art und Umfang seiner Unfallbeteiligung zu ermöglichen oder
  • ohne eine angemessene Zeit nach dem Unfall am Unfallort gewartet zu haben, wenn keine feststellungsbereiten Personen am Unfallort anwesend waren.

Strafbar macht sich aber auch, wer sich nach Ablauf der angemessenen Wartefrist oder berechtigt oder entschuldigt vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht hat.

Wie kann man sich gegen den Vorwurf der Fahrerflucht mit Aussicht auf Erfolg verteidigen?

Wenn man mit einem Ermittlungsverfahren wegen dem Vorwurf des unerlaubten Entfernens vom Unfallort konfrontiert wird, stellt sich die Frage, wie man sich gegen den Vorwurf mit Aussicht auf Erfolg verteidigen kann.

Machen Sie von Ihrem Schweigerecht Gebrauch!

Die wichtigste Empfehlung ist aus anwaltlicher Sicht:

Machen Sie von Ihrem Schweigerecht Gebrauch! Machen Sie keine Angaben zur Sache ohne vorherige Rücksprache mit einem Strafverteidiger.

Es ist nämlich so, dass eine Bestrafung wegen Unfallflucht grundsätzlich nur in Betracht kommt, wenn das Gericht letztlich zu der Überzeugung gelangt, dass der Angeklagte im Strafverfahren auch tatsächlich der verantwortliche Fahrer war, d.h. es muss die Fahreridentität festgestellt werden. Bei der Unfallflucht handelt es sich aber in der Regel um eine sog. Kennzeichenanzeige, d.h. es ist zunächst nur das unfallbeteiligte Fahrzeug bekannt und der verantwortliche Fahrzeugführer steht nicht fest. Dieser muss erst im Ermittlungsverfahren identifiziert werden.

In diesem Zusammenhang muss man sich bewußt machen, dass nicht automatisch vom Halter eines Fahrzeuges auf den verantwortlichen Fahrer im Unfallzeitpunkt geschlossen werden kann. Es ist nämlich nicht unüblich, dass sich mehrere Personen ein Fahrzeug teilen. Zudem ist es vielfach so, dass Zeugen einer Unfallflucht zwar das Unfallgeschehen wahrgenommen haben, jedoch den Fahrer nicht identifizieren können, z.B. weil sie ihn nicht gesehen haben. Schließlich muss man als Angeklagter im Strafverfahren nicht beweisen, dass eine andere Person gefahren ist; es genügt zu bestreiten, dass man selbst der Fahrer war.

Aus all diesen Gründen ist es für den Betroffenen einer Unfallflucht in der Regel günstig, keine Angaben zur Sache zu machen.

Lag ein Unfall im öffentlichen Straßenverkehr vor?

Grundsätzlich setzt eine Strafbarkeit wegen Unfallflucht weiter voraus, dass überhaupt ein Unfall im öffentlichen Straßenverkehr vorgelegen hat. Das ist z.B. dann nicht der Fall, wenn ein Transporter beim Rangieren in einer umschlossenen privaten Hofeinfahrt eines Einfamilienhauses mit einem dort geparkten Pkw zusammenstößt. Die Zuordnung des Unfalls zum öffentlichen oder nicht öffentlichen Straßenverkehr, die nach „verkehrsrechtlichen Gesichtspunkten“ zu erfolgen hat, ist nicht immer eindeutig möglich und daher kann an dieser Stelle in geeigneten Fällen eine erste Verteidigungslinie aufgebaut werden.

Ist mehr als belangloser Schaden entstanden?

Auch darf bei dem Unfall nicht nur ein völlig belangloser Schaden entstehen, wobei insoweit von der Rechtsprechung enge Grenzen gezogen werden. Die Rechtsprechung nimmt einen völlig belanglosen Sachschaden bis zu einer Grenze von etwa 20,- € an und ein belangloser Personenschaden kann etwa bei ganz geringen Hautabschürfungen bejaht werden.

War der Unfall für den Täter wahrnehmbar?

Straflos bleibt außerdem, wer beim Entfernen vom Unfallort nicht vorsätzlich gehandelt hat. Das kommt immer dann in Betracht, wenn der Betroffene den Unfall nicht bemerkt hat. Wenn diesbezüglich Zweifel bestehen, reicht es aus, wenn der Verteidiger im Verfahren die Wahrnehmbarkeit des Unfallgeschehens für den Fahrer bestreitet.

„In unserer Praxis beobachten wir immer wieder, dass die Frage der Wahrnehmbarkeit des Unfallgeschehens – neben der Frage der Fahreridentität – vielfach der entscheidende Gesichtspunkt ist, an dem eine erfolgversprechende Verteidigungsstrategie ansetzen kann“, schildert Rechtsanwalt Anton Walter, der gemeinsam mit Rechtsanwalt Sebastian Spindler und Rechtsanwalt Leonard Karl das Referat Verkehrsrecht der Kanzlei Rechtsanwälte Karl & Partner bearbeitet.

Wird die Frage der Wahrnehmbarkeit von der Verteidigung bestritten, muss diese im Verfahren in der Regel durch ein Sachverständigengutachten geklärt werden. Bei Fahrzeugkollisionen, wie sie z.B. oft beim Ausparken auf Parkplätzen vorkommen, wird die Wahrnehmbarkeit unter drei Gesichtspunkten beurteilt:

  • visuelle Wahrnehmbarkeit (sehen des Anstoßes),
  • akustische Wahrnehmbarkeit (hören der Kollision) und
  • taktile Wahrnehmbarkeit (spüren des Zusammenstoßes).

Wie sollte man sich im Strafverfahren wegen dem Vorwurf des unerlaubten Entfernens vom Unfallort verhalten?

Wenn Sie einer Fahrerflucht beschuldigt werden, suchen Sie sich anwaltliche Hilfe, schweigen Sie und besprechen Sie die Sach- und Rechtslage mit Ihrem Verteidiger nach Akteneinsicht.

Falls Sie noch weitere Fragen zur Unfallflucht haben, sprechen Sie uns einfach telefonisch unter

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oder per Kontaktformular an. Unsere Rechtsanwälte verteidigen bei Unfallflucht deutschlandweit. In Nordbayernwenden wir uns mit unseren Leistungen vor allem an Mandanten aus Bamberg, Nürnberg, Fürth, Erlangen, Forchheim, Hirschaid, Bayreuth, Kulmbach, Weismain, Thurnau, Scheßlitz, Hollfeld, Coburg, Kronach, Lichtenfels, Maroldsweisach, Ebern, Baunach, Bad Staffelstein, Zapfendorf, Würzburg, Schweinfurt, Haßfurt, Knetzgau, Eltmann, Höchstadt a.d. Aisch, Schlüsselfeld, Pommersfelden, Ebrach, Burgwindheim und Burgebrach. Unsere Kanzlei finden Sie hier…

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