Konsequenzen bei Geschwindigkeitsverstoß

Konsequenzen bei einem Geschwindigkeitsverstoß

Bamberg Geschwindigkeitsbegrenzungen in Bamberg und sonst werden von vielen Autofahrern als lästigs Übel empfunden und andere asoziieren mit Geschwindigkeitskontrollen stets Begriffe wie z.B. „organisierte Abzocke“. Eine Ursache für die teilweise geringe Akzeptanz von Tempolimits ist sicherlich, dass Fahrzeugführer aufgrund moderner Fahrzeugtechnik (Federung, Geräuscharmut, elektronische Fahrassitenzsysteme etc.) oft die gefahrene Geschwindigkeit – und damit auch das bestehende Risiko – nicht realistisch einschätzen können.

Bei einer gebotenen objektiven Betrachtung haben Verkehrsunfälle mit nicht angepaßter Geschwindigkeit nach wie vor die schlimmsten Unfallfolgen. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes kamen 37 % (!) aller im Jahr 2012 im Straßenverkehr getöteten Personen durch überhöhte Geschwindigkeit ums Leben, vgl. Statistisches Bundesamt, Unfallentwicklung auf Deutschen Straßen 2012. Aus der Erhebung geht ferner hervor, dass überhöhte Geschwindigkeit bei fast der Hälfte (!) aller Unfälle mit Todesfolge auf Autobahnen (46, 3 %) und auf Landstraßen (40,8 %) eine Ursache dargestellt hat. „Solange Menschen im Straßenverkehr infolge nicht angepaßter Geschwindigkeit ihr Leben verlieren, sind Geschwindigkeitsbegrenzungen und Geschwindigkeitskontrollen grundsätzlich sinnvoll“, meint Rechtsanwalt Anton Walter.

Welche Strafe droht bei einem Tempoverstoß?

Ein Geschwindigkeitsverstoß, der oft als „Kavalliersdelikte“ angesehen wird,  wird mit Bußgeld und – bei schweren Verstößen – mit Fahrverboten zwischen einem und drei Monaten sanktioniert. Gerade durch ein Fahrverbot kann es schnell zur Gefährdung der gesamten wirtschaftlichen Existenz einer Person kommen, insbesondere wenn der Betroffene aus beruflichen Gründen auf die Nutzung eines Fahrzeuges angewiesen ist, z.B. als Berufskraftfahrer, Handelsvertreter im Außendienst, Selbständiger etc.

Zudem kommt es mitunter zur Eintragung von Punkten in der sog. „Flensburger Verkehrsünderkartei“, was – je nach Punktestand – zu unterschiedlichen Maßnahmen  der Fahrerlaubnisbehörde führen kann. Ihren aktuellen Punktestand können Sie übrigens selbst beim Kraftfahrtbundesamt erfragen. Weiteres erfahren Sie hier…

Mit welchen Sanktionen Sie als Autofahrer bei Geschwindigkeitsversößen rechnenen müssen, können Sie dem folgenden Auszug aus dem Bußgeldkatalog 2014 entnehmen. Aufgrund der unterschiedlichen abstrakten Gefährlichkeit unterscheidet man im Bußgeldkatalog grundsätzlich zwischen den etwas leichter santionierten Verstößen, die außerhalb von Ortschaften geschehen, und den im Vergleich dazu gefährlicheren Verstößen, die innerhalb von Ortschaften vorkommen.

Geschwindigkeitsverstoß außerhalb geschlossener Ortschaften

Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit BußgeldPunkteFahrverbot
bis 10 km/h10 €
11 - 15 km/h20 €
16 - 20 km/h30 €
21 - 25 km/h70 €1
26 - 30 km/h80 €1
31 - 40 km/h120 €1
41 - 50 km/h160 €21 Monat
51 - 60 km/h240 €21 Monat
61 - 70 km/h440 €22 Monate
ab 71 km/h600 €23 Monate

Geschwindigkeitsverstoß innserhalb geschlossener Ortschaften

Überschreitung der zulässigen HöchstgeschwindigkeitBußgeldPunkteFahrverbot
bis 10 km/h15 €
11 - 15 km/h25 €
16 - 20 km/h35 €
21 - 25 km/h80 €1
26 - 30 km/h100 €1
31 - 40 km/h160 €21 Monat
41 - 50 km/h200 €21 Monat
51 - 60 km/h280 €22 Monate
61 - 70 km/h480 €23 Monate
ab 71 km/h680 €23 Monate

Die vorgenannten Angaben beziehen sich auf Pkw. Diese erfolgen ohne Gewähr. Die Geldbuße darf, z.B. bei Voreintragungen, erhöht werden. Zum 01.05.2014 wurde die Anzahl der Punkte je Verstoß reduziert und gleichzeitig wurde der Grenzwert für die Entziehung der Fahrerlaubnis von 18 auf 8 Punkte gesenkt.

Fahrverbot

Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts ab 31 km/h bzw. außerorts ab 41 km/h müssen Sie aktuell mit einem Fahrverbot rechnen. Das Fahrverbot soll nach dem Willen des Gersetzgebers als „eindringliches Erziehungsmittel“ wirken und es ist bei den o.g. Verstößen die Regel, sog. Regelfahrverbot gemäß § 4 BKatV. Das Fahrverbot stellt für den Betroffenen in der Regel auch keine unzumutbare Härte dar. Es gibt jedoch Einzelfälle, in denen es das sog. Übermaßverbot gebietet, von der Verhängung eines Fahrverbotes abzusehen. Unter welchen Voraussetzungen ein Absehen von einem Fahrverbot in Betracht kommen kann und was in einem solchen Fall der Verteidiger dem Gericht mitteilen sollte, erklären wir Ihnen gerne im Rahmen eines persönlichen Beratungsgespäches. Einen Gesprächstermin können Sie gerne telefonisch unter

0951/980 500

oder über unser kostenloses Kontaktformular in Bußgeldsachen vereinbaren.

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